Der Nationale Wasserstoffrat erarbeitet Handlungsempfehlungen für ein gelungenes Zusammenspiel aus Wasserstoff und Carbon Management
Berlin, 05.03.2026 – In seiner Sitzung am 26. Februar 2026 in Berlin hat der Nationale Wasserstoffrat (NWR) eine Stellungnahme über die Rolle von Wasserstoff und Carbon Management für die Erreichung der Klimaneutralitätsziele veröffentlicht. Der NWR sieht Gemeinsamkeiten und Synergien, aber auch Unterschiede und Spannungsfelder beim Hochlauf beider Technologie- und Transformationspfade.
Carbon Management umfasst die Abscheidung, Nutzung und Speicherung von Kohlendioxid (Carbon Capture and Storage – CCS, Carbon Capture and Utilization – CCU) sowie Verfahren zur aktiven Entnahme von CO₂ aus der Atmosphäre (Carbon Dioxide Removal – CDR). Diese technischen Verfahren sollen in Zukunft die natürlichen Kohlenstoffsenken ergänzen und somit einen wichtigen Beitrag zur negativen Emissionsbilanz leisten.
Der NWR sieht eine Reihe von Gemeinsamkeiten zwischen beiden Transformationspfaden: Sowohl Carbon Management als auch Wasserstoff adressieren zentrale Bausteine der industriellen Defossilisierung, sind kapitalintensiv und auf langfristige Planungssicherheit angewiesen. Zudem kann Carbon Management – insbesondere im Zusammenhang mit der Herstellung von kohlenstoffarmen Wasserstoff – einen frühen Beitrag zum Hochlauf der Wasserstoffwirtschaft leisten. Des Weiteren sind beide Märkte durch hohe Anfangskosten, fehlende Liquidität und erhebliche Unsicherheiten in Bezug auf Preis- und Absatzentwicklungen geprägt, sodass ein sich selbst tragendes Businessmodell noch nicht besteht. Unterschiede bestehen vor allem im Bereich der Transportoptionen, während für Wasserstoff vor allem Pipelines eine wichtige Rolle spielen wird der Schienentransport für CO2 ebenfalls eine Bedeutung erhalten.
Allerdings stehen Carbon Management und Wasserstoffhochlauf in einigen Anwendungsfällen in konkurrierender Beziehung. Auch konkurrieren industrielle CCS-Anwendungen, die Herstellung von kohlenstoffarmem Wasserstoff und CDR-Projekte um begrenzte CO₂-Speicherkapazitäten. Außerdem gilt es in Zeiten knapper Haushaltsmittel Differenzkosteninstrumente oder andere marktbasierte Absicherungsmechanismen so zu gestalten, dass sie sowohl Synergien als auch Priorisierungskonflikte berücksichtigen und Investitionsrisiken für alle Akteure entlang der Wertschöpfungskette gezielt adressieren.
Der NWR empfiehlt abschließend die zügige Ausarbeitung und Verabschiedung sowie die konsistente Umsetzung einer Carbon Management Strategie der Bundesregierung und betont die Notwendigkeit, regulatorische, technologische und finanzielle Hürden schnell zu beseitigen. Konkrete Handlungsempfehlungen umfassen u. a.
- die Schaffung eines verlässlichen Förder- und Regulierungsrahmens, um Investitionen zu ermöglichen,
- eine integrierte Wasserstoff- und Carbon-Management-Infrastruktur, um Synergien und Kostenvorteile zu erschließen und
- frühzeitige Einbindung von Forschung in Planung und Infrastrukturprojekte, um Risiken zu senken und Marktreife zu beschleunigen.
Die Stellungnahme „Wasserstoff und Carbon Management: Integrierte Strategien zur Erreichung der Klimaneutralität“ vom 26. Februar 2026 steht hier als Download bereit.




